Was ist ein Escrow? (Erklärung)

 

Wer in der Bitcoin-Welt unterwegs ist und Kryptowährungen kaufen oder verkaufen möchte, ohne auf eine Tauschbörse zu setzen, kommt meist nicht um einen sogenannten Escrow herum.

„Escrow bedeutet so viel wie Treuhand oder Hinterlegung.“ – Wikipedia

Diese Erklärung trifft es ziemlich deutlich auf den Kopf. Man hinterlegt Bitcoins, Euros oder Dollars bei einer Person, Bank oder einer Webseite, welche dann von einer anderen Person geholt werden können.

Das System ist eigentlich extrem simpel und jeder kennt es vermutlich aus der Grundschule. Laura klaut David sein Mäppchen. Felix will sich das aber natürlich nicht gefallen lassen. Darum klaut er kurzerhand Anna das Mäppchen. Nun ist der Punkt erreicht, an dem Beiden klar wird, dass ihr Mäppchen bei dem Anderen ist und man es nicht so einfach wieder bekommt. Also tauscht man es zurück. Das geht aber nicht ganz so einfach. Denn woher soll Anna wissen, ob Felix ihr das Mäppchen wirklich zurückgibt? Ganz einfach: Beide geben ihre Mäppchen Jan. Jan tauscht die Mäppchen und gibt den Beiden ihre Eigenen zurück.

Beim Bitcoin ist dieses Prinzip ziemlich ähnlich. Man möchte einen Bitcoin bei David kaufen. Aber woher weiß man, dass David einen nicht betrügt? In diesem Fall würde man sein eingesetztes Geld verlieren. Deshalb gibt man sein Geld an einen Escrow. Der Handelspartner, in diesem Fall David, gibt seinen Bitcoin an selbigen Escrow. Dieser ist im Alltag meist eine Bank, wenn es um Bitcoins geht aber eher eine Webseite. Diese tauscht die beiden Waren und lässt sie dem gewollten Besitzer zukommen. Es handelt sich also um eine dritte Instanz im Austausch zweier Waren.

Diese Escrows sind besonders beim Handel mit Bitcoins sehr wichtig. Hier kommt es nämlich immer wieder zu Betrügereien, denn der Bitcoin ist weitestgehend anonym. Darum solle man bei Geschäften mit Bitcoins umbedingt absichern! Der aktuell größte Bitcoin-Escrow ist die Webseite Bitify, die zudem einen Marktplatz wie eBay für Waren anbietet – welche mit Bitcoins bezahlt werden.

Die genaue Vorgehensweise ist wie folgt:

Einer der Beiden Tauschpartner schlägt einen Escrow Service vor. In der Regel ist das der User, der die Kryptowährung verkaufen möchte. Anschließend transferiert er seine Bitcoins vollständig an eine vorher festgelegte Bitcoin-Adresse des Escrows. Der Escrow bestätigt den Eingang der Bitcoins. Die Bestätigung geschieht durch das Vorzeigen der öffentlich einsehbaren Transaktion. Daraufhin sendet der andere Handelspartner das Geld an den Escrow oder direkt an die andere Person. Sobald dieser den Geldeingang bestätigt hat oder die Transaktion des Geldes gegenüber dem Escrow vorgewiesen wird, sendet der Escrow die Bitcoins an die Bitcoin-Adresse des Käufers. In manchen Fällen werden auch die Zugangsdaten für ein bestimmtes Konto transferiert, auf dem die Bitcoins liegen. Der Escrow behält in der Regel eine vorher vereinbarte Treuhandgebühr für sich sein. In der Regel betragen diese Gebühren zwischen 0.1 bis 2% der Transfersumme. Diese Summe, auch „Fee“ genannt, dient zur Finanzierung des Escrow-Service.

Zum jetzigen Zeitpunkt handelt es sich bei der Webseite Bitify um den größten und bekanntesten Bitcoin-Escrow-Service. Bitify bietet einen Escrow für Bitcoins sowie für Litecoins an. Des weiteren handelt es sich bei Bitify um einen der größten Marktplätze wie eBay, auf dem Waren mit Bitcoins und Litecoins gekauft und verkauft werden können.

2 Gedanken zu “Was ist ein Escrow? (Erklärung)

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